Begonnen hat alles mit fünf Fuchsschafmixen, die einem alten Schäfer aus Wegberg gehört haben. Als dieser krank geworden war, hat das Veterinäramt die Schafe beschlagnahmt und ich konnte sie übernehmen. Diese Schafe sind der Grundstock für meine kleine Herde, die im Laufe mit Romanov, Mergelländer und Moorschnucken ergänzt worden ist.
Aufgrund von traurigen Umständen war ich gezwungen, den Restbestand meiner Schafe in meine Obhut zu nehmen.
Was ich da zurück erhalten habe, war zum Teil ein Bild des Grauens, ausgezehrte und verwurmte Schafe, zum Teil nicht mehr in der Lage, selbständig in den Stall zu gelangen.
Obdach in dieser eiskalten Jahreszeit gab mir Michael, ein liebenswürdiger, tierlieber Mensch, der seine Schafe in den Pferdeboxen unter brachte, damit meine hochtragenden Schafe ein warmes und witterungsgeschütztes Heim zum Lammen finden konnten. Meinen Moorschnucken brachte er auf seiner Winterweide unter, wo sie noch frisches Gras mümmeln und gelassen dem Frühjahr entgegen blicken können.
Romanov-Dame Hope, die leider nicht mehr die Kraft hat, aufzustehen. Unter Mobilisierung ihrer letzten Kraftreserven hat sie einem Böcklämmchen das Leben geschenkt. Leider hat sie keine Milch, so dass Waltraud die Aufzucht des Kleinen übernommen hat. Sie hat ihm den Namen Hopefull gegeben.
Die kranke Hope kommt dank des reichlichen Futter langsam wieder zu Kräften, leider schafft sie es bis heute nicht, aufzustehen. Dem kleinen Racker geht es prächtig.
Hanni mit dem kleinen Moritz, der ein gebrochenes Vorderbeingelenk hat, laut Doc eine ältere Verletzung. Wir haben das Bein getapt und jetzt vollführt er die besten Bocksprünge und freut sich seines Lebens.
Selma, eine ältere Romanovdame mit einem defekten Euter, die wir nach eindringlicher Ansage ja nicht mehr decken lassen dürfen, war doch schon tragend. Sie brachte neben einem toten Lamm ein kleines Mädel zu Welt. Trotz einiger Befürchtungen kümmert sie sich liebevoll um ihr Mädel.
Eva tront auf Selma
Nanni mit Fuchsbock Max, eine unkompliziertes Mama-Kind-Beziehung. Max, der freche Lümmel, hüpft in den Futtertrog und mümmelt sich sein Bäuchlein voll.
Else mit Rita. Else ist eine megaverfressene Schäfin, die lautstarkt und ballancierend auf der Horde ihr Recht auf jede Menge Futter einfordert.
Die schöne Mergelländerin Heidi, sie hält sich noch mit lammen zurück.
Das legendäre Springschaf Skippy, was immer dem Stall entflohen ist auf der Suche, auf der Suche nach was? Bis dato ist sie nie wieder gesprungen, gelammt hat sie auch noch nicht.
Ein absoluter Schatz ist diese Romanovschäfin, die auf den entzückenden Namen Anastasia hört. Ständig will sie geknuddelt werden und immer, wenn ein Lamm auf die Welt kommt, dann steht sie fest daneben, um ja alles mit zu bekommen. Es hat den Anschein, dass sie die Schafsmutter der Nation ist.
Diese freche Schafsdame ist Klara oder auch, wenn sie brav ist Klärchen, was nie vorkommt. Sie ist stolze Mutter vom Peterle, einem vorwitzigen Böckchen.
Die beiden Fuchsmama und Fuchssöhnchen sind zwei liebe Zeitgenossen, sie teilen sich ihre Box mit Selma und Eva. Das klappt problemlos.
Dieser kleine Mickerling trägt den Namen Hubertche, nachdem der Name Holger ja schon belegt ist.
Die Moorschnucken auf der sonnigen Winterweide.
Moorschnucken beim Silagemümmeln
Neue Erkenntnis über die Intelligenz der Schafe
Keith Kendrick und seine Kollegen vom Babraham Institute in Cambridge, England zeigte Schafen 25 Bilderpaare von Artgenossen und brachte ihnen bei, jeweils ein Paarmitglied mit einer Nahrungsbelohnung zu verbinden. So trainierten sie die Tiere, individuelle Gesichter zu erkennen.
Anschließend massen die Wissenschaftler die Aktivität in den für die visuelle Wahrnehmung zuständigen Hirnregionen der Schafe. Dabei fanden sie heraus, dass Schafe bis zu 50 Schafgesichter und sogar deren Profile in ihrem Gedächtnis speichern können. Ebenfalls können die Tiere sich an ein ihnen vertrautes menschliches Gesicht erinnern.
Die britischen Forscher stellten fest, dass das Erinnerungsvermögen erst nach zwei Jahren der Trennung zu schwinden beginnt. Die Wissenschaftler vermuten, dass hier mögliche Beweise für "Emotionen" bei Schafen vorliegen, die Bedeutung für die Tierzucht haben könnten. (Nature414, pp 165-166; 2001)
Nunja, das haben wir Schafhalter noch schon immer gewußt.